Kräuter und Gemüse der japanischen Küche im Eigenanbau: Nira
Nira, auch Schnittknoblauch genannt

Kräuter und Gemüse der japanischen Küche im Eigenanbau: Nira

Mit Nira – im deutschsprachigen Raum auch als Schnittknoblauch bekannt – vervollständigt sich der Reigen der wichtigsten Kräuter der japanischen Küche. Nira eignet sich besonders gut für den Eigenanbau hierzulande. Anders als die schon besprochenen Shungiku, Mizuna, Mitsuba und Shiso wird der Nira bei uns auch als Pflanze im Topf verkauft. Eine Anzucht aus den Samen ist damit nicht unbedingt notwendig.

Die Pflege von Nira ist identisch zu der von Schnittlauch: Er ist winterhart, gedeiht im Garten wie im Pflanzkübel und hat das ewige Leben. Alle 1-2 Jahre gilt es – bei Kübelkultur – den Wurzelstock zu teilen, um die Pflanze zu verjüngen.


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Wem auch das noch zu viel ist oder wer keinen Balkon oder Garten hat, findet verzehrfertig abgepackten Nira in jedem Asia-Shop. Denn in der chinesischen, koreanischen oder vietnamesischen Küche ist der Nira noch unverzichtbarer als in der Japanischen. Was kein Wunder ist, denn Nira – aus Korea oder China importiert wie fast alles – wird in Japan als Zutat für nicht-japanische Gerichte wie Ramen oder Gyoza verwendet – die dort so selbstverständlich sind wie Spaghetti für Deutsche.

Falls Sie sich für japanische Kräuter und Gemüse interessieren, könnte Ihnen dieser Überblick über die wichtigsten 13 japanische Kräuter und Gemüse in Deutschland gefallen.


Ist die deutsche Bezeichnung Schnittknoblauch sinnvoll?

Ja, die deutsche Bezeichnung ergibt hier ausnahmsweise Sinn. Nira hat ein feines aber ausgeprägtes Knoblaucharoma. Das Gewürzkraut ist das am wenigsten exotische unter allen sog. asiatischen Kräutern: Sein Geschmack ist nicht im Geringsten fremdartig, es ist ein Schnittlauch mit Knoblauchgeschmack.

Reigen der sinnlosen Eindeutschungen Anders als bei Mitsuba, dessen Eindeutschung japanische Petersilie so unsinning wie jene des Shiso, der bisweilen  als Kresse firmieren muß, oder bei der Yuzu, die definitiv keine japanische Zitrone ist oder beim Mizuna, dessen Bezeichnung Senfkohl absolut Keinem weiterhilft, tun wir dem Nira nicht unrecht, wenn wir ihn sprachlich einbürgern.


Ramen aus Hühnerbrühe mit Nira, Sesam und weißem Pfeffer
Ramen aus Hühnerbrühe mit Nira, Sesam und weißem Pfeffer

Was wird verwendet?

Man verwendet bei Nira – wie beim Schnittlauch – die Blätter. Mit dem Messer abgeschnitten und gewaschen wird der Nira je nach Verwendung entweder kleingehackt für / als:

  • Gyoza, die chinesischen Teigtaschen
  • Flädle-, Tiroler Speckknödel-, Leberknödel-, Brätködel oder Grießnockerlsuppe
  • Hühner- oder Rinderbrühe
  • Brotbelag zusammen mit Butter oder Frischkäse
  • ein Omelett oder Rührei
  • Salat

oder in Streifen von mehreren Zentimetern Länge geschnitten für / als:

Schnittknoblauch (Nira) in Streifen scheiden
Schnittknoblauch (Nira) in Streifen geschnitten
  • Salat
  • Omelett oder Rührei
  • Ramen, wie z.B. diesen hier
  • Vietnamesische Sommerrollen
  • Diverse vietnamesische Salate und Nudelzubereitungen wie Pho Bo
  • Zugabe (gebraten) für Gemüse (Yaki Soba)
  • Kimchi (koreanisch eingelegtes Gemüse, entweder pur oder zugemischt z.B. zu Chinakohl)
Nira (Schnittknoblauch) aus dem Asia-Shop
Nira (Schnittknoblauch) aus dem Asia-Shop
Nira im Topf
Nira im Topf

Welchen Nira?

Es gibt unterschiedliche Nira-Züchtungen. Wie bei fast allen Kräutern ist die theoretisch existierende Auswahl uns Normalsterblichen aber nicht in Form eines  Katalog einfach zugänglich (wenn Sie eine Quelle kennen, dann wäre ich für einen Hinweis dankbar). Zunächst ist festzustellen, dass die Schnittknoblauchpflanze, die wir beim Kräuterhändler erstehen, dem Nira aus dem asiatischen Lebensmittelladen zwar ähnlich ist, es handelt sich aber offensichtlich um konstant unterschiedliche Varietäten. Für den Hausgebrauch habe ich keinen kriegsentscheidenden Unterschied feststellen können, ich verwende den dunkelgrünen und sehr flachen und langen Nira aus dem Asia-Shop wie den eher rundlichen und kurzwüchsigen Schnittknoblauch vom Viktualienmarkt oder dem auf meinem Balkon in identischer Weise.

Eine Suche nach Saatgut im Internet mit den Begriffen Allium Tuberosum Samen führt sofort zu einer reichhaltigen Liste von Anbietern. Beim ersten von mir herausgegriffenen Händler sind zwei Nira-Sorten im Angebot (die größere Sorte mit dem treffenden Namen monstrosum, siehe hier), ein Weiterer bietet eine kleinwüchsigere Sorte unter dem Namen Neko an. Mein Tipp: Wenn Sie viel Platz haben, nehmen Sie den Großen, sonst den Kleinen.


Bezug von Nira in Deutschland

Die Versorgungslage ist wie gesagt gut. Schnittknoblauch ist als Samen, Pflanze bei Versandhändlern oder auf dem Wochenmarkt oder als verzehrfertiges Schnittgut is Asia-Shops erhältlich


Hinweise für Nira im Selbstanbau

Nira kann einfach selbst gezogen werden. Vor allem für die Anzucht sind Foliengewächshäuser wie dieses hier* sinnvoll. Sie sind billig und lassen sich meist einfach zerlegen. Ich verwahre das Gewächshaus die meiste Zeit zerlegt im Keller und verwende es nur von März bis Mitte Juni. Wer andere Platzvoraussetzungen hat, wird bei Amazon vielleicht unter dem Suchbegriff Foliengewächshäuser* fündig.

Im einzelnen:

  1. Samen ca. 2 cm tief einpflanzen. Nira ist ein Dunkelkeimer.
  2. Nährstoffreiche Erde mit guter Drainage ist ideal, Kompost ist günstig. Ich empfehle Euflor Plantahum*, das ich seit vielen Jahren wegen seiner Qualität ausschließlich verwende; ich kaufe es beim Gartenhändler.
  3. Die Keimdauer ist kurz: Nach 7–10 Tagen sind die Keimlinge sichtbar. Eine Temperatur des Substrats von 18–21 °C fördert die Keimung. Die Samen des Nira bewahren ihre Keimkraft – so die existierende Literatur – nur kurz. Länger als eine Saison sollte man sie nicht lagern.
  4. Die ausgewachsenen Pflanzen sind sehr robust und bedürfen keiner besonderen Pflege.
  5. Schädlinge: So robust Nira ist, er hat im Topf in der Zwiebelfliege einen gefährlichen Gegner, wie ich selbst erfahren musste. Die Larven zerfressen – für uns nicht sichtbar – die Wurzelknollen. Die betroffenen Stängel verwelken und lassen sich ohne Widerstand aus der Erde ziehen. Ich habe bei meinem befallenen Nira die Erde entfernt und mit Lupe und Pinzette die Schädlinge eliminiert. Sehr aufwändig, aber es ist mir so gelungen, aus einem einzelnen mir verbliebenen Knöllchen erneut einen schönen Stock hochzuziehen. Dies jedoch mehr aus sentimentalen Gründen. Besser ist es wohl, das infizierte Wurzelwerk samt Topf wegzuwerfen und neu zu starten. Je nach Situation, Standort und Witterung können sich auch Läuse (nach meiner Beobachtung ist der Wonnemonat Mai in dieser Hinsicht besonders gefährlich) gelegentlich am Stielansatz explosionsartig vermehren. Anders als bei der Zwiebelfliege ist der Befall schnell erkenn- und bekämpfbar, z.B. mit einem Anti-Laus-Cocktail auf Basis von Niemöl, Spiritus und Schmierseife.
  6. Nira gedeiht gut in der Sonne oder im Halbschatten.
  7. Nira ist mehrjährig und auch nördlich der Alpen winterhart. Man erntet, bevor sich die Blüten bilden.
Nira keimt nach 7-10 Tagen
Nira keimt nach 7-10 Tagen

Gerät zur Anzucht*

Anzuchttöpfe gibt es inzwischen torffrei. Bei den Anbietern greife ich auf bekanntere Namen zurück, in der Hoffnung, dass nur „gesundes Material” verarbeitet ist. Ein Minitreibhaus ist sehr nützlich, um in der empfindlichen Phase bei und kurz nach der Keimung eine geschützte Umgebung zu garantieren. Ich bevorzuge größere Treibhäuser, weil die Pflanzen erfahrungsgemäß schnell wachsen und sonst schnell an die Decke stoßen.

Anzuchttöpfe
Ich bevorzuge eckige Töpfe

Gewächshäuschen
Klassiker, der lange hält. Ausreichend für kleinere Anzuchten

Große Pflanzschale
Wer mehr produziert, benötigt eine große Pflanzschale

Großes Anzuchthaus
Ich bevorzuge größere Anuchtshäuser. Die Pflanzen haben mehr Platz nach oben


Gießen, Garten, Balkon*

Es gibt Gießstäbe von vielen Herstellern*. Meine engere Auswahl aus den Produkten des Monopolisten aus Amazonien habe ich hier aufgeführt. Auf mehr als drei Produkte komme ich nicht. Den Takagi-Stab habe ich selber im Gebrauch, wenngleich erst seit einer Saison. Das Lüdecke-Gießgerät erscheint sehr robust und zuverlässig, vielleicht nicht die erste Wahl für die zierliche Balkongärtnerin. Den Billigheimer von „Bradas*” hätte ich wohl gekauft, wenn ich kein Qualitätsgerät gefunden hätte, das mich überzeugt hätte.

 Von den bekannteren Marken haben Stabilo*, Dehner* und Kärcher* Gießstäbe im Sortiment. Ich habe aber beim Lesen  der Produktrezesionen keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass diese wirklich empfehlenswert sind. Mit Herstellern habe ich prinzipiell keine Beziehung (die wenigen Ausnahmen sind kenntlich gemacht).


Empfehlenswertes Gerät für den Hobbygärtner*

Ein Anzuchtskasten kann eine sinnvolle Investition sein. Für Mizuna, Shungiku & Co. immt man am Besten lange Pflanzkästen, damit entsprechend viel Masse produziert wird. Mit dem vierstöckigen Foliengewächshaus habe ich auf dem Balkon gute Erfahrungen gemacht: Es eignet sich gut für die Anzucht und die empfindliche Phase nach der Keimung. Ich verwende es vor allem für die kritische Zeit von Anfang-Mitte März bis Mitte-Ende Juni. Die restliche Zeit harrt es zerlegt im Keller der kommenden Saison. Wer mehr Platz hat, kauft sich besser ein größeres Modell.

Pflanzkasten
Ausreichend lang und mit Drainage

Anzucht
Die Anzucht ist meist die kritischste Phase des Pflanzenlebens

Foliengewächshaus
Ab März schützt es unser Gewächs. Gegen harten Spätfrost hilft es nicht, klar.

Euflor Plantahum 65 Liter
Ich verwende ausschließlich diese Pflanzerde, seit vielen Jahren.


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