Sind Geschirr und Backformen aus Silikon unbedenklich?
Silikon-Backformen für Financiers, Macarons, Biskuitrolle

Sind Geschirr und Backformen aus Silikon unbedenklich?

Immer mehr Silikonbackformen, -geräte und -matten verrichten ihren Dienst in meiner Küche. Das Grundmaterial, aus dem diese Hilfsmittel bestehen – Silikongummi –, gilt als unbedenklich. Ich wollte es aber genauer wissen:

  1. Ist das Material wirklich so harmlos?
  2. Gibt es gutes und schlechtes Silikon?
  3. Wenn ja – wie kann ich das überprüfen?
  4. Stammt speziell mein Silikonhausrat von einem vertrauenswürdigen Hersteller?

Frage 4 konnte ich inzwischen positiv beantworten. Du kannst das auch mithilfe der Liste vertrauenswerter Produzenten, die ich in diesem Beitrag zusammengestellt habe. Mit den Antworten zu den Fragen 1–3 ringt dieser Beitrag.


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Woraus Silikon besteht

Silikon – genauer: Silikongummi – ist ein verhältnismäßig neuer Stoff und erst seit 1979 in den USA für die Verwendung im Nahrungsmittelbereich zugelassen. Er gilt als chemisch inert (= reagiert nicht mit anderen Substanzen) und ist über einen Temperaturbereich von ca. -50 °C – 300 °C stabil (Angaben schwanken, für den Haushaltsbereich werden meist -30 – 250 °C als Temperaturobergrenze angegeben). Silikongummi ist ein Kunststoff, der durch Härtung aus klebrigem Silikongel entsteht: Stellen Sie sich als Ausgangsmaterial einfach das Kartuschen-Silikongel aus dem Baumarkt vor, mit dem der Ehemann oder Installateur die Fugen in Bad und Küche abdichtet. Gute Hersteller verwenden zur Härtung dieses Gels (das einige wenige Oligopolisten weltweit liefern) das sog. katalytische Verfahren auf Platin-Basis.

Silikonmatte für Macarons von Pavoni besteht aus Platin-Silikon
Die Silikonmatte für Macarons von Pavoni besteht aus Platin-Silikon

Silikongummi kann auf drei Arten giftig werden:

  1. Dem Silikongummi werden Füllstoffe und andere Chemikalien zugefügt (aus Sparsamkeit oder um bestimmte Materialeigenschaften zu fördern).
  2. Silikon-Gel kann nach unterschiedlichen Verfahren gehärtet werden. Als sicherste Methode gilt die sog. katalytische Härtung auf Basis von Platin, bei der keine Nebenstoffe entstehen können. Anders die sog. Peroxid-Methode, bei der schädliche Nebenprodukte enstehen und in nachfolgenden Schritten aufwändig entfernt werden müssen.
    Auch das auf Platinbasis gehärtete Silikon sollte in einem nachfolgenden Prozess von Platinrestpartikeln gereinigt werden, wie hier bei Ökotest nachzulesen ist:

    “Entscheidend ist der nächste Schritt: das “Tempern”, ein Ausgasen, das dafür sorgt, dass das Endprodukt möglichst frei von flüchtigen organischen Bestandteilen ist, die ins Kochgut übergehen können. Empfohlen wird, die Formen vier Stunden bei 200 Grad nachzubehandeln. Eine aufwendige Prozedur, die sich offenbar manche Hersteller auch sparen”.

  3. Die Pigmente, die zur Färbung des Silikongels verwendet werden, sind giftig.

Wir sind allein und letztlich auf die Angaben des Herstellers angewiesen

Es ist für uns fast unmöglich, festzustellen, ob die drei oben genannten Verunreinigungen für ein bestimmtes Produkt ausgeschlossen werden können.

  1. Füllstoffe immerhin sollen als weiße Druckstellen zu erkennen sein, wenn man die Silikonform biegt oder knautscht: Die Versuchung, die Silikonform mit billigem Plastik zu füllen, ist für manche Hersteller sicher groß, denn Silikongummi hoher Qualität ist ein aufwendig herzustellendes, teures Ausgangsmaterial.
  2. Ob der Hersteller die Härtemethode nach dem Katalyseverfahren auf Basis von Platin verwendet, müssen wir auf seiner Homepage recherchieren, wie z.B. beim Hersteller Pavoni, dem ich nach meiner bisherigen Erfahrung und Recherche vertraue. No-Name-Hersteller und deren Händler können wir nicht überprüfen.
  3. Zum Thema „toxische Pigmente“ habe ich auch nach längerer Recherche keine konkreten Informationen gefunden. Hier befinden wird uns also im Blindflug des Herstellervertrauens. Nachdem die Welt jahrzehntelang mit Teflon kontaminiert wurde und giftiges Plastik uns allseits umgibt, wäre ich nicht überrascht, wenn in Zukunft „Schweinereien“ auch zu in Silikonutensilien verwendeten Pigmenten ans Tageslicht kommen.

Fazit

  • Silikon ist ein Gummi auf Basis von synthetischem Kunststoff, der bei richtiger Verarbeitung als unschädlich zu betrachten ist.
  • Wir sind aber letztlich auf die Angaben des Herstellers angewiesen, ob er das richtige Härtungsverfahren anwendet, keine giftigen Pigmente verwendet oder schädliche Zusätze einmischt.
  • Eine Liste seriöser Hersteller finden in diesem Kurzbeitrag.
  • Um No-Name-Hersteller und deren Händler sollte man einen weiten Bogen machen.
  • Preise von unter 3 € für eine Silikonbackform sind als unseriös zu betrachten. Das Ausgangsmaterial, Silikon-Gel, wird in hoher Qualität von wenigen Produzenten geliefert (z. B. Wacker Chemie) und hat einen vergleichsweise hohen Preis.
  • Silikonbackformen sind auch bei Erhitzen auf 240 °C völlig geruchlos. Stinkt die Form bei bestimmungsmäßigem Gebrauch nach Lösungsmitteln oder Plastik, geben Sie das Produkt sofort in den Müll – oder besser, bewahren Sie es als Beweismittel in einem geruchsdichten Müllsack auf und melden Hersteller und Händler bei der nächsten Polizeistation.

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