Okra auf dem Balkon selber anbauen

Okra auf dem Balkon selber anbauen
Junge Okrapflanzen nach ca. 5 Wochen

Wer (wie ich) Okra über alles schätzt, über einen Balkon oder Garten verfügt und gerne Essbares selber kultiviert, trägt sich irgendwann vielleicht mit dem Gedanken, Okra selber anzubauen. Leider gehört Okra aber nicht zu den Arten, die bei uns hohe Erträge bringen.

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Eine Pflanze des Südens unter finanzieller Betrachtung

Finanziell lohnt Eigenanbau nicht, denn das Klima macht einen Strich durch unsere Rechnung. In heißen Sommern bekomme ich die schöne Pflanze zwar auf dem Balkon ohne weiteres zur Fruchreife, das Input-Output-Verhältnis ist aber nicht günstig. Eine Pflanze liefert gerade mal eine Handvoll Okra, was die Mühe allein angesichsts des Platzverbrauchs für ein mittelgroßes Planzgefäß nicht rentieren lässt. Als südliche Pflanze liebt Okra Feuchtigkeit, Wärme und volle Sonne (in einem Gewächshaus sollte man bessere Resultate erzielen können als im Freiland, ich habe aber keins und deswegen keine Erfahrungen dazu). Problematisch sind bei uns die langanhaltenden Kälte- und Nässeperioden, die sich ja gerne bis spät in den Mai hineinziehen (und auch die übrigen Sommermonate zuverlässig heimsuchen) und der eigentlich robusten und schnell wachsenden Pflanze arg zusetzen. Bevor der Sommer richtig anfängt ist er schon wieder zu Ende, und unsere Okra hat zu wenig Zeit, um ausreichend Fruchtmasse aufzubauen.

Anders ist das in den wärmeren Gebieten Japans, welche für Okra ideale Verhältnisse bieten. Eine Portion, wie auf dem Foto unten abgebildet, kostet in Japan auf dem Markt oder im Supermarkt deswegen umgerechnet nur zwischen 1 € und 1,50 €, je nach Saison. In Deutschland berappt man zwar das Doppelte dafür, rechnet man nebem dem Platzverbrauch das benötigte Substrat (eine vornehme Ausdrucksweise für “Erde”), Dünger und Samen mit ein, kommt der Kauf trotzdem günstiger.

Okra in einem japanischen Supermarkt
Okra in einem (nicht billigen) japanischen Supermarkt

 Verstanden, es lohnt sich nicht. Ich will Okra aber trotzdem auf dem Balkon anbauen

Gute Idee. Auch ich versage es mir nicht jedes Jahr – trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Rechnung  – ab und zu ein Okra-Pflänzchen zu ziehen. Erstens schmeckt dieses Handvoll selber gezogener Okraschoten besonders frisch und gut, zweitens ist diese Pflanze mit schönen weißen Blüten sehr dekorativ. Aufzucht und Hege ist sehr einfach: Die Samen – Dunkelkeimer – keimen in nährstoffreichem Substrat zuverlässig und das Pflänzchen wächst schnell. Kälte und Staunässe hemmen das Wachstum: Die Pflanzen auf dem Titelfoto sind nach einer gnadenlosen Regen- und Kälteorgie um die Hälfte kleiner, als sie es unter besseren Bedingungen  wären. Die Samen behalten ihre Keimkraft übrigens sehr lange. Ich habe problemlos mindestens 5 Jahre alte Samen gekeimt.

Nähstoffreiche Erde mit guter Dränage ist günsig, zu vermeiden ist – insbesondere kalte – Staunässe, die schnell dau führt, dass die Okra am Stil abfaulen. Okra kann  nicht genug Sonne unf Wärme abbekommen. Erntezeit ist, wenn die Schoten etwa so lang sind wie ein lady finger, wie die Pflanze bisweilen auch genannt wird.

Okra mit weißen, gallertartigen Punken auf der Blattunterseite
Okra mit weißen, gallertartigen Punken auf der Blattunterseite

Fazit

Angesichts des Bedarfs an Nährstoff und Erde mit der damit verbundenen Topfgröße lohnt sich der Anbau auf dem Balkon für Ästheten, Okra-Enthusiasten und Hobbygärtner mit Experimentierfreude. Die Pflanze ist sehr dekorativ. Als eine Besonderheit ist zu beachten, dass Okra an der Blattunterseite aus ihrem Saft weiße gallertartige Punkte ausbildet. Dies sind weder Insekteneier noch Anzeichen von Befall oder Krankheit sondern Zeichen einer gesunden Pflanze. Es wird angenommen, dass sich die Pflanze damit vor Schädlingen schützt.


Balkongärtner?

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