Da hilft auch „Bio” nichts: die „fein-herben” Matcha Sticks vom dm-Markt
Bitter, grasig, fahl. dm Bio Matcha Sticks

Da hilft auch „Bio” nichts: die „fein-herben” Matcha Sticks vom dm-Markt

Vor kurzem fragte uns eine Bekannte nach unsere Meinung zu den Bio-Matcha-Sticks vom dm-Markt. Um es kurz zu machen: aus unserer Sicht am Rande der Genießbarkeit: bitter, grasig, fahl, flach. Ist das Preis-Leistungsverhältnis aber noch so grenzwertig, sich deswegen darüber auszulassen, lohnte der Mühe nicht: Die Welt ist schließlich voll von lausiger Qualität, und unsere Aufgabe ist nicht, unsere und anderer Leute Laune mit Wehklagen darüber zu verderben. Da das 2g-weise in zukünftigen Tütenmüll abgefüllte Pulver aber gleich dermaßen penetrant mit seiner Bio-Aufmachung protzt, war mir das Produkt der Goethe-Verballhorner – „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein” – dann doch einen Kommentar wert.


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Der mit “fein-herb” beworbene Matcha vom dm-Market lässt fast alles vermissen, was man von gutem Matcha erwartet: Süße, Umami, runden Tee-Geschmack. Ein umfangreiches Testszenario ist unnötig: Schon der Farbvergleich fällt vernichtend aus. Streut man richtigen Matcha neben das Pulver vom dm-Markt auf einen Teller, schaut das so aus:

Links: Grüntee-Pulver vom dm-Markt. Rechts: Matcha, der den Namen verdient.
Links: Grüntee-Pulver vom dm-Markt. Rechts: Matcha, der den Namen verdient.

Die Matcha-Experten von dm glänzen mit dem Hinweis, dass das Pulver „fein gemahlen” sei. Das ist ungefähr so, als würden die Stadtwerke München damit werben, dass ihr Wasser nass ist. Selbstverständlich ist Matcha fein gemahlen: Matcha = fein gemahlener grüner Tee.


Hochwertiger Matcha hat mit dem dm-Pulver wenig gemein. Ich zitiere aus meinem zweiten, auf Amazon erschienenen Buch Patisserie auf Japanisch*:

Der beste Matcha wird aus „Tencha“ gewonnen, einem besonders hochwertigen grünen Tee. Durch mehrwöchige Beschattung vor der Ernte entwickelt er dünne, chlorophyllreiche Blätter mit einer intensiven Grünfärbung. Diese werden von Hand gepflückt, gedämpft, getrocknet und abschließend in Granitmühlen schonend zu Matcha vermahlen. Tencha hat ein fein-bitteres und ausgeprägtes Tee-Aroma. Hinzu kommen eine wahrnehmbare Süße und „Umami“, jene neben süß-salzig-bitter-sauer fünfte Geschmacksqualität.

Grüner Tee einfacher Qualität hingegen ist das Ausgangsmaterial für das oft auch als „Koch-Matcha“ bezeichnete Grünteepulver. Es enthält – im Unterschied zu Matcha aus Tencha – neben dem vermahlenen Blattgewebe auch zerkleinerte Blattadern und Blattstiele. Der wesentlich billigere Koch-Matcha ist in 100 g-Packungen zunehmend auch im Supermarkt erhältlich.


Für bitteren, grasigen Matcha ist jeder Preis zu hoch

Wie  man Matcha selber testen kann, und anhand welcher Eigenschaften man Matcha beurteilt, haben wir in diesem ausführlichen Matcha-Test beschrieben. Guter Matcha ist in Deutschland kaum für weniger als 20 € für 30 Gramm das haben. Dafür ist die Herstellung zu aufwendig und die Produktion insgesamt zu gering, um einen Massenmarkt zu versorgen. Für bitteres Teepulver hingegen ist jeder Preis zu hoch: Man sollte es weder trinken noch zum Backen verwenden, wie wir hier detailliert beschrieben haben. Versuchen Sie einmal, diese köstlichen Matcha-Eclairs mit dm-Matcha herzustellen – völlig unmöglich.

Eclairs mit Matcha-Creme
Eclairs mit Matcha-Creme

Fazit

Leider ist der Großteil dessen, was als “grüner Tee” oder “Matcha” verkauft wird, minderwertig. Auch das Pulver der Menschenfreunde von dm hinterlässt einen mehr als mäßigen Eindruck: Grasig, fahl, bitter, dazu eingepackt in 10 Minitütchen, die uns den Müll von morgen bescheren. Tun Sie sich den Gefallen und kaufen Sie richtigen Matcha aus Tencha. Ein paar Informationen dazu  habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.


Empfehlenswerte Produkte*

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