Test: Der Takoyaki Maker von Star Blue
Fertige Takoyaki im ersten Durchgang. Nicht perfekt aber ganz passabel

Test: Der Takoyaki Maker von Star Blue

Wir haben den Takoyaki Maker von Star Blue einem Praxistest unterzogen. Als gebürtige Osakerin bin gerade ich die ideale Testerin, denn Takoyaki sind schließlich das Soulfood meiner Stadt. Man sagt uns indes auch nach beim Thema Takoyaki etwas „empfindlich” zu sein: Ob es um die richtige Soße geht oder die Reihenfolge des Belags – wir verstehen wenig Spaß, wenn sie Oktopus-Bällchen nicht schmecken oder die Konsistenz ungenügend ist. Nicht wenige Osaker haben wie ich einen leistungsfähigen Takoyakigrill zu Hause und damit einen Vergleichsmaßstab. Als der Takoyaki Maker nach einer Anfrage meinerseits bei Star Blue nach extrem kurzer Lieferzeit bei uns eintraf, habe ich mich sofort an die Produktion von Takoyaki gemacht.

 Falls das Thema Takoyaki übrigens völlig neu für dich ist, liest Du am Besten meinen Einführungsartikel zu Takoyaki sowie den Beitrag mit dem Takoyaki-Rezept durch.


Verfügbarkeit

Per 22. Mai 2020 ist der Takoyaki Maker nicht verfügbar. Ob und wann er wieder angeboten wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Eine Alternative könnte dieses Gerät* sein, das auf dem ersten Blick ganz vernünftig aussieht.


Das Testgerät

Takoyaki - Vorbereitung
Beweisfoto: Mein Takoyaki-Grill mit 30 Löchern. Qualität aus Japan. Die Beschichtung hält auch die Bearbeitung mit den klassischen Takoyaki-Metallnadeln aus.

Um den Test durchführen zu können, haben wir beim Hersteller ausnahmsweise um die Zusendung eines kostenlosen Geräts angefragt – verbunden mit dem Hinweis, dass wir es nach dem Test gerne zurücksenden. Hauptgrund war: Ich habe schon einen Takoyaki-Grill zu Hause (siehe Beweisfoto), und nur für einen Test ein Gerät zu kaufen, das ich nicht brauche, dafür war ich dann doch zu geizig. Das ist nicht optimal und eigentlich gegen unser Unabhängigkeitsgebot, denn es fällt doch schwer, etwas umsonst Überlassenes schlecht zu reden. Zumal der Kontakt mit Star Blue sehr freundlich, unkompliziert und professionell war.

Fazit vorab

Glücklicherweise ist das Gerät aber objektiv eine Empfehlung wert, so dass ich mir nicht überlegen muß, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme: Nach meinem um Nachkommastellen erweiterten Amazon-Bewertungsschema würde ich 4,4 Punkte vergeben. Denn trotz einiger Suboptimalitäten erfüllt das Gerät zuverlässig seinen Zweck – und der ist, Takoyaki zuzubereiten. Der Takoyaki Maker ist freilich kein High Quality-Gerät wie mein Takoyaki Grill aus Osaka, der auch in einer anderen Preisklasse spielt. In diesem Sinne habe ich die Bewertung des Takoyaki Makers mit dessen Preisniveau verrechnet.


Ebenfalls interessant

Eigenschaften und Lieferumfang des Takoyaki Makers

Der mit 230 V-Netzspannug betreibbare  Takoyaki-Make ist mit einem 18 Loch-Feld für zwei normal hungrige Personen völlig ausreichend, man benötigt dann zwei Back-Durchgänge. Mehr als vier Personen sollte man damit nicht versorgen wollen, es sei denn, man gestaltet den Abend als „Dreh-den-Oktopus-Ball”-Gesellschaftsspiel.

Der Netzstecker ist technisch UK-Standard, es liegt aber ein Adapter für unsere Steckdose bei, den man auch gleich als internationalen Universaladapter verwenden kann. Das Kabel ist sehr kurz, so dass man eine Verlängerungsschnur benötigt, wenn man nicht gerade eine Steckdose in 20 cm Entfernung hat.

Die beigelegten Gäbelchen mit Metallspitze kann man nur zum Picken der fertigen Bällchen verwenden, denn die Bedienungsanleitung weist klar darauf hin, dass die Beschichtung keine Bearbeitung mit Metallnadeln aushält. Für einen gewissen Spaßfaktor sorgt auch der Hinweis in der Bedienungsanleitung, die Takoyaki nach Fertigstellung mit Puderzucker zu bestreuen. Hier wurde wohl ein Gerät zu einem anderen Zweck umfirmiert. Mich stören solche Peinlichkeiten so lange nicht, so lange das Gerät funktionert, der Hersteller sollte die Bedienungsanleitung aber korrigieren.

Für die, die das wichtig finden: Das Gerät kam in einer stabilen, „wertigen” Packung, versendet von Amazon.

Positiv: Takoyaki Maker hat einen hohen Rand
Positiv: Takoyaki Maker hat einen hohen Rand
Der Takoyaki Maker kommt mit einem Universaladapter
Der Takoyaki Maker kommt mit einem Universaladapter
Takoyaki Maker Lieferumfang
Takoyaki Maker Lieferumfang
Takoyaki Maker kam in einer stabilen Schachtel
Takoyaki Maker kam in einer stabilen Schachtel

Minuspunkte

Die Minuspunkte, die den 0,6-Punktabzug begründen sind im Folgenden in Stichpunkten aufgeführt und selbsterklärend. Von Allen wiegt am Schwersten, dass man die Grillplatte zur Reinigung nicht abnehmen kann. Ein echter Nachteil: Wir haben zunächst die Löcher mit einem Küchenpapier gereinigt, dann mit einem feuchten Tuch ausgewischt, dann wieder mit einem Küchenpapier gerocknet. Nun muß man die Kirche aber auch dort lassen, wo sie hingehört: Das Gerät ist ein Hobby-Teil, das man alle paar Monate einmal aus der Schublade holt. Deswegen sind 0,6 Punkte Abzug auseichend.

  • Problem: Umständliche Reinigung. Abhilfe: Keine.
  • Problem: Kurzes Kabel. Abhilfe: Verlängerungsschur verwenden.
  • Problem: Beschichtung nicht kratzfest bei Verwendung der typischen Takoyaki-Metallnadeln. Abhilfe: Schaschlik-Holzstäbchen* verwenden – funktioniert übrigens bestens.

Ungleichmäßige Temperaturverteilung ist kein Problem

Die in Amazon-Rezensionen bemängelte ungleichmäßige Temperaturverteilung ist messbar (ca. 25 °C), stellt aber in der Praxis kein Problem: Erstens dreht man die Bälle sowieso ständig in Abhängigkeit vom Bräunungsgrad, dann sind die Inneren hat 15 Sekunden schneller fertig. Pedanten – wie wir – füllen als Abhilfe zuerst die Randlöcher auf, die dann einen entspechenden Vorsprung haben.

Takoyaki Maker hat ein kurzes KabelTakoyaki Maker hat ein kurzes Kabel
Takoyaki Maker hat ein kurzes Kabel
Die Reinigung macht wenig Spaß
Die Reinigung macht wenig Spaß
Takoyaki Maker: Innen: 252 °C
Takoyaki Maker: Innen: 252 °C
Takoyaki Maker: Aussen: 228 °C
Takoyaki Maker: Aussen: 228 °C

Action-Fotos

Abschließend ein paar Actionfotos unsers großen Takoyaki Maker-Tests. Das Rezept dazu findet ihr hier. Für zwei Personen haben wir für den Teig folgende Mengen verwendet:

  • 100 g Mehl
  • 400 ml Dashi
  • 2 Eier

Teil 1: Teig und Füllung

Wer keinen Takoyaki-Pinsel hat, kann den Grill auch mit Küchenpapier und Stäbchen einölen
Wer keinen Takoyaki-Pinsel hat, kann den Grill auch mit Küchenpapier und Stäbchen einölen
Takoyaki-Teig zuerst in die äusseren kälteren Löcher füllen
Takoyaki-Teig zuerst in die äusseren kälteren Löcher füllen
Oktopus (Tako) dazugeben
Oktopus (Tako) dazugeben
Füllung dazugeben
Füllung dazugeben

 


Teil 2: Drehen und wenden

Man beachte die Verwendung des Schaschlik-Holzes*. Es funktionert wunderbar, und der Grill wird nicht zerkratzt.

Langsam werden Takoyaki erkennbar
Takoyaki sind in Ansätzen erkennbar
Takoyaki nehmen langsam Form an
Takoyaki nehmen Form an
Fast fertige Takoyaki
Fast fertige Takoyaki
Nicht perfekt aber für den ersten Durchgang ganz passabel
Nicht perfekt aber für den ersten Durchgang ganz passabel

Teil 4: Essen und reinigen

Takoyaki essen
Takoyaki essen
Am besten putzt man den Takoyaki Maker mit einem Küchentuch
Am besten putzt man den Takoyaki Maker mit einem Küchentuch

Fazit:

Für Takoyaki-Enthusiasten, die sich gelegentlich das Osaka-Feeling auf den heimischen Tisch holen möchten, ist der Takoyaki Maker eine Empfehlung wert. Wie man an unseren Einsatz-Fotos erkennen kann, sind die mit dem Gerät produzierten Takoyaki völlig in Ordnung. Ob sie schmecken, hängt ausschliesslich vom Rezept ab, das Aussehen von der Geschicklichkeit des Kochs.

Die ungleichmäßige Temperaturverteilung ist in der Praxis absolut kein Problem, wohl aber die umständliche Reinigung: Sie bringt dem Gerät einen verdienten 0,6-Punkteabzug ein, ist aber andererseits kein Killkriterium. Angesichts fehlender Alternativen im 230 V-Bereich ist man mit dem Takoyaki Maker gut bedient.

Tipp

Beim ersten Mal nicht mit Öl geizen.


Produkte zur Takoyakiproduktion*

Bei einer elektrischen Takoyaki-Pfanne ist darauf zu achten, dass diese an deutscher Netzspannung betrieben werden kann. Die Anschaffung eines 110 Volt-Spannungswandlers lohnt für den, der Elektrogeräte aus 110 Volt-Ländern (z.B. USA oder Japan) betreiben will.

Takoyaki Maker
Kann mit 230 V betrieben werden

Takoyaki Maker
Kann mit 230 V betrieben werden

Takoyaki Pfanne
Hat viele & gute Rezensionen

Takoyaki Sticks
Wer öfter Takoyaki macht und keine kratzfeste Pfanne hat

Takoyaki Grill
Benötigt einen Spannunungswandler

Spannungswandler
Ich würde zur 1000 W-Version raten

Ölbürste
Für Takoyaki oder Teppan

Kewpie Mayonnaise
Braucht man unbedingt. Unsere Mayonnaise ist zu unsauer


Von Kumi Yoshii auf Amazon*

Die besten Rezepte für Freunde und Kenner der japanisch inspirierten Patisserie. Die Bücher eignen sich auch als Geschenk für Menschen mit Affinität zu Japan oder qualitätsorientierter Küche.