Kurioses über Kaki

Kurioses über Kaki
Kaki aus dem Piemont

Kaki ist eine köstliche Frucht. In Deutschland ist sie inzwischen vermehrt erhältlich unter dem Namen Kaki und nicht unter Sharonfrucht. Letzteres ist ein Substitut in der Regel minderwertiger Qualität, erkennbar an seiner eirigen Form. Die Kaki ist wohlgeformt rundlich, ihre Form erinnert (entfernt) an die der Fleischtomate, mit der sie auch die glatte Haut gemeinsam hat. Sie ist anfangs festfleischig und wird im Verlauf fast flüssig und nimmt eine dunklere Farbe an (so wie das Exemplar im Titelbild).

Japan ist das Vorbild, der in Norditalien anzutreffende Kakibaum ähnelt der Shibu-Gaki

Die japanische Kaki ist, was Geschmack und Konsistenz betrifft, unerreicht. Tief orange-rot, festfleischig aber nicht seifig, nicht mehlig und größer als die hierzulande erhältliche Kaki. Eine Unterart ist die Shibu-Gaki, die sich oft durch einen herb-pelzigen Nachgeschmack auszeichnet und auch getrocknet wird. Die “normale” Ess-Kaki ist frei von diesem Nachgeschmack und wird nicht getrocknet.

Wer sich einen Eindruck von der Schönheit eines fruchtbehangenen Kakibaums verschaffen möchte, kann sich Anfang Dezember im Veneto oder Süddtirol danach  umsehen, wo er durchaus häufger anzutreffen ist. Die Früchte ähneln in Aussehen und Geschmack eher der Shibu-Gaki, was aber am Klima und dem Reifegrad liegen kann.

Verwechslung mit einer Tomate schwierig aber nicht unmöglich

Wer nie eine Kaki in den Händen hielt, kann sie mit einer Tomate verwechseln. Der Autor dieser bescheidenen Zeilen war dereinst, 30 Jahre sind es wohl her, Opfer seiner eigenen Ignoranz, als er losgeschickt, um Tomaten zu kaufen, mit Kaki zurückkam. Italienische Gemüseläden können dunkel sein.

Kaki mit Stiel
Kaki mit Stiel

 

Der Kaki in der Abbildung ist übrigens aus dem Piemont. Die Vermieterin eines kleinen Agriturismo in der Nähe von Valenza hat sie uns zum Frühstück serviert, wußte aber auch nicht, wer diesen Baum auf ihrem Grundstück gepflanzt hatte. Es muß ein verdienter, kundiger und mit Vorausicht gesegneter Mann gewesen sein. Der Kakibaum braucht 6 Jahre,  bis er erstmals Früchte trägt. Sie werden im Herbst reif und werden bis in den Dezember hinein geernetet. Die Früchte hängen, lange nachdem der Baum die Blätter abgeworfen hat, im laublosen Geäst an Stielen kopfunter, anmutig, eigenartig leuchtend und an Christbaumkugeln erinnernd.