Wagashi mit der japanischen Blütenkirsche (Yae Sakura): Das Ausgangsmaterial wächst auch in Deutschand
Yae Sakura - die japanische Blütenkirsche

Wagashi mit der japanischen Blütenkirsche (Yae Sakura): Das Ausgangsmaterial wächst auch in Deutschand

Die japanische Blütenkirsche – japanisch: Yae Sakura –  beschert uns jedes Frühjahr mit Blättern und Blüten die Zutaten für exquisites, traditionell japanisches Süßwerk (Wagashi). Das Besondere an der Yae Sakura ist ihre intensive Zimtnote, die sie an die Wagashi abgibt und dadurch einzigartig macht. Verwendet werden sowohl Blüten als auch Blätter. Diese werden vor der Verbeitung zu Wagashi zuerst in Salz und Pflaumenessig eingelegt. Dadurch werden sie konserviert, zudem wird das Aroma hervorgehoben. Typische Süßigkeiten mit Yae Sakura sind z.B. die in Japan allbekannten  Sakuramochi und Hanami Dango.

Unsere heimische Kirsche ist zur Herstellung von japanischem Süßwerk leider nicht geeignet: Ihr geht das für die  japanische Blütenkirsche charakteristische Zimtaroma völlig ab.

In diesem Beitrag beschreibe ich zunächst, woran man die Blütenkirsche erkennt und wo man sie findet. In Folgeartikeln gehe ich darauf ein, wie man die selbstgesammelten Blätter und Blüten der Yae Sakura einlegt um sie dann zu Süßwerk zu verarbeiten.


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Gereinigt, getrocknet, eingelegt, getrocknet, verarbeitet

Blüten und Blätter werden zunächst gereinigt, getrocknet und in Salz und Ume Su (Plaumenessig; nur die Blüten) eingelegt. Für Hanami Dango und Sakuramochi werden dann u.a. spezieller Reis bzw. sog. Mochi sowie helles oder dunkles Anko (Bohnenpaste) benötigt. Mehr dazu in einem anderen Beitrag, zur Einstimmung zunächst nur zwei Fotos, s.u..

Das Reizvolle an diesem traditionellen Süßwerk ist der Mix aus Salz, Zimtaroma, Reis und der unzuckrigen Süße der Bohnenpaste. Die eingelegten Blätter und Blüten der Blütenkirsche werden in Japan übrigens auch als Präparat verkauft, das man dann selber zu Wagashi weiterverarbeiten kann.

Hanami Dango: Weißes Anko mit Blütenkirsche (im Vordergrund)
Hanami Dango: Weißes Anko mit Blütenkirsche (im Vordergrund)
Sakuramochi auf schwarzem Teller
Sakuramochi mit “deutschem” Kirschblatt: Essbar aber ohne das typische Zimtaroma.

Unterschied zur hiesigen Kirsche (aus der Sicht einer Nicht-Botanikerin)

Neben dem Zimtgeruch unterscheidet sich die Blütenkirsche von unserer Kirsche in der Form der Blüten und darin, dass sie keine Früchte liefert. Die Blüte der Yae Sakura ist der einer Nelke nicht unähnlich und wie diese fleischig und prall. Bei der einheimischen Kirsche hingegen sind die ordentlich in einer Ebene angeordneten Blütenblätter klar voneinander abgegrenzt und auch farblich ewas verhalten. Ganz anders hingegen die Yae Sakura: Ihre Blüten wirken mit ihrem übersättigten Rosa geradezu psychedelisch.

Der Zimtduft, den der Baum verströmt, wird nicht von jedermann gleichermaßen aufgenommen: Manche nehmen in von Weitem und intensiv wahr, andere müssen ihre Nase direkt in die Blüte halten, um das Aroma zu erschnuppern.

Yae Sakura - ihre Blüte ähnelt der einer Nelke
Yae Sakura – ihre Blüte ähnelt der einer Nelke.
Yae Sakura - die Blütenknospen.
Die Blütenknospen der Yae Sakura sind zum Einlegen besonders gut geeignet.

Für Hobbygärtner: Bezugsquellen für den Baum oder die Samen

Die Blütenkirsche ist unterschiedlichen Zuchtvarianten in Gartencentern oder im Internet erhältlich. Wer einen Garten hat, kann sich mit diesem auch bei uns winterharten Baum auf eine jährlich wiederkehrende Blütenpracht freuen. Geduldige können sich auch einen Baum aus diesen preisgünstige Samen* ziehen (hier ein anderer Anbieter*). Bonsei-Zucht ist natürlich auch möglich, dergleichen soll die Pflanze auch in einem Kübel gedeihen.


Wo findet man die Blütenkirsche?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man bei einem längeren Stadtspaziergang im April der Blütenkirsche ansichtig wird: In Parks, Vorgärten oder als Seitenbepflanzung von Zugangswegen. Für München sprechend – hier sind Yae Sakura wohl in jedem Stadtteil anzutreffen, egal ob Haidhausen, Schwabing oder Neuperlach, wobei der neue und alte botanische Garten Fehlanzeige sind. Im Chiemgau entdeckte ich bei einer Wanderung einst ein stattliches Exemplar von gut fünf Metern Höhe. Der freundliche Eigentümer gestatte mir, ein paar Blüten für eines meiner Projekte abzuernten.

Viel Zeit zur Kirschblütensuche hat man nicht: Anfang Mai ist der Blütenzauber vorbei, wobei die Stadt gegenüber dem Land einen Reifevorsprung von ein, zwei Wochen hat.

Und noch ein Hinweis: Es scheint Yae Sakura zu geben, denen der Zimtduft ähnlich abgeht wie der heimischen Kirsche. Ich habe in Kempten (Allgäu) die Blütenkirsche an mehreren Standorten aufgefunden mit dem Ergebnis, dass in allen Fällen die jungen Blätter eine nicht besonders ausgeprägte aber doch wahrnehmbare Zimtnote aufwiesen während die Blüten und Knospen völlig ohne Aroma waren.

Wie man die Blüten und Blätter verarbeitet, beschreibe ich in einem separaten Beitrag.


Gerät zur Anzucht*

Anzuchttöpfe gibt es inzwischen torffrei. Bei den Anbietern greife ich auf bekanntere Namen zurück, in der Hoffnung, dass nur „gesundes Material” verarbeitet ist. Ein Minitreibhaus ist sehr nützlich, um in der empfindlichen Phase bei und kurz nach der Keimung eine geschützte Umgebung zu garantieren. Ich bevorzuge größere Treibhäuser, weil die Pflanzen darin erfahrungsgemäß schnell wachsen und ebenso schnell an die Decke stoßen.

Anzuchttöpfe
Ich bevorzuge eckige Töpfe

Gewächshäuschen
Klassiker, der lange hält. Ausreichend für kleinere Anzuchten

Große Pflanzschale
Wer mehr produziert, benötigt eine große Pflanzschale

Großes Anzuchthaus
Ich bevorzuge größere Anuchtshäuser. Die Pflanzen haben mehr Platz nach oben


Gießen, Garten, Balkon*

Es gibt Gießstäbe von vielen Herstellern*. Meine engere Auswahl aus den Produkten des Monopolisten aus Amazonien habe ich hier aufgeführt. Auf mehr als drei Produkte komme ich nicht. Den Takagi-Stab habe ich selber im Gebrauch, wenngleich erst seit einer Saison. Das Lüdecke-Gießgerät erscheint sehr robust und zuverlässig, vielleicht nicht die erste Wahl für die zierliche Balkongärtnerin. Den Billigheimer von „Bradas*” hätte ich wohl gekauft, wenn ich kein Qualitätsgerät gefunden hätte, das mich überzeugt hätte.

 Von den bekannteren Marken haben Stabilo*, Dehner* und Kärcher* Gießstäbe im Sortiment. Ich habe aber beim Lesen  der Produktrezesionen keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass diese wirklich empfehlenswert sind. Mit Herstellern habe ich prinzipiell keine Beziehung (die wenigen Ausnahmen sind kenntlich gemacht).


Empfehlenswertes Gerät für den Hobbygärtner*

Ein Anzuchtskasten ist bei intensive Gärtnerei eine sinnvolle Investition. Für Mizuna, Shungiku & Co. immt man am Besten lange Pflanzkästen, damit entsprechend viel Masse produziert wird. Mit dem vierstöckigen Foliengewächshaus habe ich gute Erfahrungen gemacht: Es eignet sich gut für die Anzucht und die empfindliche Phase nach der Keimung. Ich verwende es vor allem für die kritische Zeit von Anfang-Mitte März bis Mitte-Ende Juni. Die restliche Zeit harrt es zerlegt im Keller der kommenden Saison.

Pflanzkasten
Ausreichend lang und mit Drainage

Anzucht
Die Anzucht ist meist die kritischste Phase des Pflanzenlebens

Foliengewächshaus
Ab März schützt es unser Gewächs. Gegen harten Spätfrost hilft es nicht, klar.

Euflor Plantahum 65 Liter
Ich verwende ausschließlich diese Pflanzerde, seit vielen Jahren.

 


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