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Getrocknete Gardenienblüten (Kuchinashinomi)

Hierzulande „giftig”, in Japan essbar: Getrockente Gardenienblüten (Kuchinashinomi)

Anders als in Deutschland, das in jedem Teil der Gardenienpflanze pures Gift erblickt, werden getrocknete Gardenienblüten in Japan als Lebensmittel verkauft und verwendet. Die Verzehrmengen und die Verzehrdosis bei typischen Gebrauch sind wohl so gering, dass es die Lebenserwartung der Japaner offenichtlich nicht messbar reduziert hat. Ich verwende getrocknete Gardenienblüten (Kuchinashinomi, 梔のみ, wörtlich „Blüte der Gardenie” ) zum Färben und Aromatisieren beim Einlegen von  Kastanien nach einer Methode (es gibt mehrere), die als Kurinokanroni bezeichnet wird. Das Rezept für Kurinokanroni veröffentliche ich in Kürze hier auf mybanto.

Das Problem, abzuwägen, ob bzw. bei welcher Dosis bzw. bei welcher Verwendung Gardenienblüten giftig sind oder nicht, existiert für Deutsche insofern nicht, als dass es getrocknete Gardenienblüten hierzulande gar nicht erst zu kaufen gibt. Gardenienbesitzer könnten auf die Idee kommen, die Blütenknospen zu trocken (mit der Technik dazu habe ich mich (noch) nicht vertraut gemacht) oder gar roh zu essen. Davon rate ich aus Gründen der Vorsicht ab, vor allem bei Kindern. Wenn Du Erfahrung dazu hast, würde ich mich über einen Austausch mit dir sehr freuen (Kontaktmöglichkeit hier).

Nach der Kurinokanroni-Methode eingelegte Esskastanien
Nach der Kurinokanroni-Methode eingelegte Esskastanien

Während Gardenienblüten in Deutschland (natürlich!) als giftig gelten, sollen sie anderswo gar frisch für Salat verwendet werden.  Senföl darf hierzulande nur als „technische Zutat” verkauft werden, auch Matcha löst bei Manchen Angstneurosen aus, seit ein Bundesamt mit einer Studie und anschließender Verzehrempfehlung die Öffentlichkeit alarmierte. Dass Japan als Hautverzehrland von Matcha es irgendwie doch schafft, die höchste Lebenserwartung zu haben, tut der „German Angst” keinen Abbruch. Wohl wenige der Leser dieses Blogs erinnern sich persönlich an jene Hysterie um die angeblich schädlichen „linksdrehenden Milchsäuren in Joghurt“, ausgelöst von einer fehlinformierten Warnung des WHO, die diese schädliche und gefährliche Behörde erst nach Jahren zurückgenommen hat (nachdem jemand aufgefallen ist, dass die als besonders gesund geltenden Kulturen des bulgarischen Joghurts besonders viele linksdrehenden Milchsäuren enthalten). Wenn Sie mehr über Gardenien wissen möchten, lesen Sie das englische Wikipedia. Die deutsche Version enttäuscht wie so oft (siehe mein Beitrag hier) auch beim Eintrag zur Gardenie auf ganzer Linie.

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Wie verwendet man getrocknete Gardenienblüten?

Für die Kurinokanroni werden die getrockneten Blüten mit einem Messer geteilt und mit den Kastanien in kaltes Wasser gegeben, dann erhitzt. Den genauen Vorgang beschreibe ich demnächst in einem separaten Beitrag.

Getrocknete Gardenienblüten teilen
Getrocknete Gardenienblüten teilen
Maroni mit Gardenienblüten färben
Maroni mit Gardenienblüten färben

Kann  man Gardenienblüten selber trocknen?

Möglicherweise. Da ich mit der Technik nicht vertraut bin, kann ich nichts Nützliches dazu sagen. Zu beachten ist, dass die Gardenie eine Tropenpflanze ist. Ob die Blüten hierzulande geraten wie unter angestammten Bedingungen und diesselben Wirk- und Aromastoffe bzw. in derselben Intensität entwickelt, müsste  man herausfinden. Dieser englischsprachige Beitrag gibt gute weiterführende Information: https://plantaddicts.com/are-gardenias-poisonous/.

Abschließende Warnung: Wer Kinder hat und auf absolut-100%-total Nummer sicher gehen will, tut sich besser keine Gardenien in den Garten, da diese (die Kinder) ggf. der Verführung erliegen, sich an die Blütenknospen zu machen. Vor allem, wenn sie die Eltern einmal bei der Ernte beobachtet haben.


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